Die Kraft des Überflussdenkens

In einer Welt, die von Schlagzeilen über Krankheiten, Inflation, Kriege und den Klimawandel dominiert wird, ist es leicht, sich in einem endlosen Strom von negativen Nachrichten zu verlieren. Unsere Medien und sogar die Politik scheinen auf das Schlimmste fokussiert zu sein, um unsere Aufmerksamkeit zu erregen. Doch was bewirkt diese ständige Flut von negativen Nachrichten in unseren Köpfen?
Blick auf Mann auf einer Parkbank, der eine Zeitung hält.

Wie bereits in vorherigen Beiträgen dieser Serie erwähnt, hat die Evolution unser Gehirn darauf geprägt, ständig nach potenziellen Gefahren Ausschau zu halten. Dies hat zur Folge, dass wir gute Nachrichten oft übersehen oder herunterspielen. Doch wie können wir diesem Teufelskreis entkommen?

Es geht darum, eine positive Geisteshaltung zu kultivieren, einen Wandel von Zynismus zu Hoffnung, von Pessimismus zu Optimismus und von Mangel zu Fülle. Dieser Bewusstseinswandel ist besonders wichtig für Unternehmer, die Chancen sehen müssen, wo andere Probleme sehen.

In diesem Beitrag möchte ich die Arbeit des Wissenschaftsautors Matt Ridley vorstellen, der sich intensiv mit der Entwicklung einer optimistischeren und auf Fülle ausgerichteten Perspektive befasst hat. Ridley plädiert dafür, den “jammernden Pessimismus” zu bekämpfen, der unsere Sicht auf die Welt trübt.

 

Der Wechsel von Pessimismus zu Optimismus

Matt Ridley, ein preisgekrönter Autor und Zoologe, hat sich in den letzten Jahren intensiv mit der Neigung der Menschheit zum Pessimismus beschäftigt. Er beobachtet, wie Menschen, die in einer Zeit des Luxus und der Sicherheit leben, dennoch dazu neigen, in jeder Situation das Schlimmste zu erwarten. Diese Neigung, in jedem Glas das Leere zu sehen, ist weit verbreitet und hindert uns daran, die positiven Aspekte unseres Lebens wahrzunehmen.

Ridley identifiziert die “Verlustaversion” als eine der kognitiven Verzerrungen, die uns im Pessimismus gefangen halten. Menschen neigen dazu, Verluste stärker zu bedauern als Gewinne zu schätzen. Diese Verzerrung führt dazu, dass wir in alten Gewohnheiten verharren, selbst wenn es rational wäre, sie zu ändern.

Darüber hinaus vermutet Ridley, dass es auch eine evolutionspsychologische Komponente geben könnte. In der Vergangenheit könnten düstere Menschen eher überlebt haben, da sie ständig auf potenzielle Gefahren achteten.

 

Wie Daten den Optimismus antreiben

Um den Pessimismus zu überwinden, begann Ridley, globale Trends und Vorhersagen zu untersuchen. Er stellte fest, dass viele düstere Vorhersagen sich nicht bewahrheiteten. Zum Beispiel wurde der saure Regen als verheerende Umweltbedrohung dargestellt, doch in Wirklichkeit trat dieses Szenario nicht ein. Dank menschlicher Innovationen und Gesetzesänderungen wurden Umweltprobleme entschärft, und die Bäume waren gesünder als je zuvor.

Diese Erkenntnisse führten Ridley dazu, die Grundlage für sein Buch “The Rational Optimist” zu legen. In diesem Buch argumentiert er leidenschaftlich dafür, dass Optimismus die solidere philosophische Position ist, um die Chancen unserer Spezies auf eine bessere Zukunft zu beurteilen.

 

Warum ist das so wichtig?

Die exponentiellen Fortschritte in Technologie und Kommunikation ermöglichen es uns, eine Welt des Überflusses zu schaffen. Immer mehr Menschen haben Zugang zu Wissen, Experten und globaler Kommunikation zu geringen Kosten. Diese globale Intelligenzebene eröffnet uns die Möglichkeit, Probleme auf globaler Ebene zu lösen und Chancen zu nutzen.

Im nächsten Beitrag dieser Serie werde ich darüber sprechen, wie wichtig es ist, unsere “kognitive Software” in einer sich ständig verändernden Welt zu aktualisieren. Bleiben Sie dran und lassen Sie uns gemeinsam den Weg vom Pessimismus zum Optimismus weitergehen.

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